Turbine Halle D2-Junioren
Spielberichte
5.Spieltag am 10.10.2020 - Turbine Halle II vs. SV Blau-Weiß Dölau II 11:2 (10:0)

von Sven Z.

Ein Fakt gleich vornweg: Unsere Kleinturbineros haben in diesem Spiel nur eine Halbzeit gewonnen, diese aber auf sehr spektakuläre Weise. Zehn Tore in 30 Minuten erscheinen rekordverdächtig und so von der Leine gelassen präsentierten sich die Felsenkicker in dieser Saison noch nicht. Angeführt vom 2010 geborenem Jahrgang fegten sie die Kunstrasenhälfte der Dölauer Heidekicker besenrein, brannten das ausgefallenen Feuerwerk der Händelfestspiele nachträglich ab. Tore im Dreiminutentakt, direktes Spiel über die Außen, Verwertung zweiter Bälle; man bekam das Gefühl, dass Konzentration und Einsatzwillen die Köpfe unserer Jungs erreicht hatten. Da ein D-Jugendspiel aber sechzig Minuten dauert und entscheidenderweise durch eine Pause getrennt wird, war dies offensichtlich wiederum ein willkommener Zeitpunkt, um sich mit Dingen außerhalb des Fußballplatzes zu beschäftigen. Wahrscheinlich ist es der Intelligenz unserer Spieler geschuldet, das sie sich bereits in der Halbzeitpause mit Aufgaben des täglichen Schulbedarf befassen, um die zweiten dreißig Minuten zum Vordenken auf die kommende Gymnasialwoche zu nutzen. Dieser Konzentrationsabfall ist unerklärlich, nicht auszudenken, wenn auch noch Gedanken an die holde Weiblichkeit die Köpfe unserer Vorpubertierenden erreichen. Aber nehmen wir das Positive mit und erheitern und erfreuen uns an der ersten halben Stunde dieses Spiels und versuchen, die Zeitspanne der Hochkonzentration successive auszubauen.

Turbine: Franz, Ede, Till, Moritz, Tim, Johni, Emil, Leo, Johannes, Richard, Henning, Frederik, Colin

 

 


2.Spieltag am 19.9.2020 - Turbine Halle II vs. VfL Halle 96 III (U11) 0:5

von Sven Z.

So also fühlt sich der Trainer des Bundesligisten Schalke 04 in der Allianz-Arena, der ansehen muß, wie gnadenlos unterlegen seine Mannschaft ist, wie hilflos der Blick auf die Auswechselbank erscheint und froh darüber ist, nach dem Spiel keine Fragen beantworten zu müssen. Nun ist es vermessen, sich als seelsorgender Nachwuchstrainer mit einem Bundesligacoach zu vergleichen, aber man benötigt schon ein dickes Fell oder eine Unstrut-Krokodilhaut, um vor versammelter Gästekulisse im eigenen Stadion das rettende Ufer verschwimmen zu sehen.

0:5 im Nachbarschaftsduell gegen den jüngeren VfL Jahrgang war ein gnadenloser Fingerzeig, auf welchem Niveau sich unsere Kleinturbineros befinden. Kuscheldecke statt Körpereinsatz, Zuckerwatte statt Zweikampfhärte und deutliche Schnelligkeitsnachteile offenbarten einen Unterschied, den wohl nur ein TGV gegenüber einer in Zeitlupe schleichenden Brockenbahn erreicht.
Klar, wir sind kein Leistungszentrum, aber die Leistung im (Abwehr)-Zentrum hat wenig mit D-Jugendfußball zu tun. Auch ist es erstaunlich, mit welchen Körperkontaktängsten unsere 08er Zugänge zwei Jahre vor der Jugendweihe zu kämpfen haben. Wir wollen keinem weh tun, am wenigsten uns selbst und falls wir doch mal einen Gegenspieler zu Fall bringen, entschuldigen wir uns und versprechen hoch und heilig, später Medizin zu studieren um professionelle Hilfe bieten zu können. Das mag eine lobenswerte Einstellung fürs (spätere) Leben zu sein, Erfolge in Kontaktsportarten werden so nicht zu erreichen sein. Nun wird in Peripherie-Gebieten immer schnell über die Leberwurststulle gesprochen, die es in größeren Mengen zu vertilgen gilt, um Oberkörperweite und Muskelstruktur zu gewinnen; wir im Zentrum des Giebichensteins werden da wohl andere Alternativen suchen müssen. Das nächste Spiel findet erst in zwei Wochen statt, vielleicht schlägt ein Geistesblitz im Trainerhirn ein; vielleicht hat der Gegner auch einen Körperkontaktkomplex, vielleicht aber verlieren wir einfach wieder 0:5.
Bezeichnend vor dem Spiel die Diskussion um das Spielgerät. Schiri Bernstedt befand den ausgewählten Ball als zu leicht, der Ersatzball hatte zu wenig Luft und nach dessen Aufpumpen bemängelte er ihn immer noch als zu lasch. Im Nachhinein eine kompakte Beschreibung, die nicht nur auf den Ball zutrifft.

Turbine: Franz; Robert, Johni, Emil, Pelle, Ferdi, Toni, Till, Tim, Frederik, Johannes, Moritz, Ede

 


1.Spieltag am 12.9.2020 - SG Einheit Halle I vs. Turbine Halle II 2:2

von Sven Z.

Der Kopf ist rund, damit das Denken (oder die Einstellung) die Richtung ändern kann. Und siehe da, diese Weisheit funktioniert auch bei unseren Jugendlichen des Jahrgangs 2009 und jünger. Dem peinlichen 2:7 des Tests letzten Donnerstag in Lettin, bei dem das Team auch ohne Kreissäge (die halleschen Langzeitfußballer wissen Bescheid) in alle Einzelteile zerlegt wurde, folgte ein ordentlicher Auftritt zum Ligaauftakt am Bergmannstrost. Trotz freudiger Urlaubsstimmung und gelebtem Fernweh im Umfeld der Mannschaft schlugen sich sich die 13 verbliebenen Kleinturbineros recht wacker auf dem doch recht weitläufigen verkürztem Großfeld. Abseits, Männerecken und Rückpassregel sind doch ein extrem großer Blumenstrauß, den es ab dem D-Jugendbereich zu pflücken gilt. Da ist es nur verständlich, dass die Kreativabteilung des Gehirns dem Befolgen der Regeländerungen leicht unterlegen ist. Aber da wir uns dieser Komplexität stellen und optimistisch aus den Schritten der Kinderschuhe heraustreten werden, steht einer erfolg- und lehrreichen Saison kaum etwas im Wege. Bleibt zu hoffen, dass sich alle Felsenkicker diesen Herausforderungen stellen und und unseren Teamsport dem aktuellen Stand-up-Paddel-Trend bevorzugen. Und klar: Emils Lupfertor und Franz` Paraden in der Schlußphase sind durchaus auch im aktuellen Sportstudio zeigenswert.

Turbine: Franz, Till, Robert, Henning, Johannes, Johni, Tim, Emil, Frederik, Ferdi, Toni, Mio, Colin